Snøhetta baut für ASI Reisen neues Bürogebäude aus Holz

Das Architekturbüro Snøhetta entwickelte mit ASI Reisen ein neues Bürogebäude, das die Arbeitskultur des Unternehmens und seine Spezialisierung auf nachhaltiges Reisen reflektiert. Der Entwurf setzt auf ein offenes Büro-Konzept und das Thema „Symbiose zwischen Natur und Mensch“ – ein Thema, das die Arbeit des Unternehmens prägt und gemeinsam mit den Mitarbeitenden entwickelt wurde.

Holz als wichtigster Werkstoff

Der neue Holzbau mit 65 Arbeitsplätzen befindet sich in Natters, südlich von Innsbruck, Tirol. Ein „grüner Vorhang“ fügt den Holzbau harmonisch in die Umgebung, die von Wald dominiert wird.

Der viergeschossige Bau wurde als Holzskelettbau, kombiniert mit Massivholzelementen, umgesetzt, um den Materialverbrauch zu optimieren. Der Keller und der aussteifende Gebäudekern bestehen aus Stahlbeton. Holz kam auch für die Pfosten-Riegel-Fassade, die Fenster, Böden und Akustikpaneele zum Einsatz. Bei der Holzfassade wurde eine traditionelle Methode zur Holzkonservierung verwendet, so genanntes Yakisugi, bei dem die Holzoberfläche leicht verkohlt und so karbonisiert wird. Die verkohlte Holzoberfläche macht die Fassade ohne weiteren Anstrich nicht nur wasserdicht und haltbar, sondern schützt auch vor Insekten.

Durchdachte Raumaufteilung und Ausblicke in die Natur

Innen schaffen Galerieräume einen großen, offenen und flexiblen Büroraum über mehrere Etagen, der individuelle Arbeitsplätze genauso umfasst wie einen Empfangsbereich, Besprechungsnischen und -räume, einen Ruheraum, eine Cafeteria, Duschen und Umkleiden.

Großzügige Glasflächen bieten Ausblicke und inszenieren die Aussicht auf die umgebenden Berge und Wälder. Das offene Büro ist für 65 Mitarbeitende ausgelegt und kann bei Bedarf flexibel für künftige Bedürfnisse adaptiert werden. Besucher werden im sogenannten „Base Camp“ empfangen, einem Foyer über zwei Etagen, wo auch die Geschichte des Unternehmens auf großen Wandpaneelen erzählt wird.

Ein „Pflanzen-Regal“ unterstütz die Gliederung der Bürozonen und bietet Stauraum und Ablageflächen. Eine Brücke verbindet den Neubau mit einem bestehenden Gebäude, das Besprechungs- und Ruheräume umfasst. „Gemeinsam mit den Mitarbeitenden von ASI Reisen haben wir einen flexiblen Büroraumüber mehrere Etagen entwickelt, der eine angenehme und moderne Arbeitsatmosphäre bietet. Das Gebäude ist maßgeschneidert für die Bedürfnisse von ASI Reisen und spiegelt die Werte des auf nachhaltiges Reisen spezialisierten Unternehmens wider,“ erklärt Patrick Lüth, Partner und Geschäftsführer der Innsbrucker Niederlassung von Snøhetta.

Eine „grüne Fassade“ aus über 100 Kletterpflanzen!

Ein Klettergerüst aus Metall ist der schwarzen Holzfassade vorgehängt, das an der Westseite auch als Balkon genutzt wird. Die grüne Fassade aus Kletterpflanzen dient als Blendschutz und zur Beschattung der großzügigen Glasflächen. Die 118 Kletterpflanzen, die sich aus 17 verschiedenen sommer- und immergrünen Arten zusammensetzen und in Trögen wachsen, verändern das Erscheinungsbild der Fassade im Laufe des Jahrs und passen somit auch den Wärmeschutz an die Jahreszeit an. Die „grüne Pufferzone“ und ihr Mikroklima vermindert die benötigte Energie für die Gebäudekühlung. Das Regenwasser der Dachflächen wird in einer unterirdischen Zisterne gesammelt und speist das automatische Bewässerungssystem für die Pflanzen an der Fassade und im Garten. Gemeinsam mit den 1215 neuen Pflanzungen im Außenraum, die aus 73 lokalen Arten bestehen, leistet die grüne Fassade auch einen Beitrag zur Biodiversität.

Nachhaltiges High-Tech Energiekonzept

Das Energiekonzept, das eine optimale Abstimmung zwischen Haustechnik und Gebäude ermöglicht, wurde mittels einer thermisch-dynamische-Gebäudesimulation überprüft und adaptiert. Eine reversible Luft-Wasser-Wärmepumpenanlage (40 kW) heizt und kühlt das Gebäude über die Bodenheizung bzw. -kühlung. Raumtemperatur-, Feuchte-, CO2- Fühler sowie Windfühler steuern vollautomatisch die natürliche Lüftung über mechanisch angetriebene Lüftungsflügel. Die natürliche Lüftung nutzt den thermischen Auftrieb sowie die Winddruckverhältnisse, um das Gebäude mit Frischluft zu durchströmen. Der Öffnungsgrad der Lüftungsflügel und die Öffnungszeit und -dauer sind abhängig von der Umgebung und dem Raumklima, das mittels Soll- und Ist-Werten ständig überprüft wird. Am Dach wird eine Photovoltaikanlage als Überschussanlage betrieben. Der dort erzeugte Strom deckt einen Teil des Eigenstromverbrauchs ab. Neben einem innovativen, offenen Büro-Konzept, das auf die Bedürfnisse der Mitarbeitenden eingeht, prägt also auch ein nachhaltiges Energiekonzept den ressourcenschonenden Holzbau.

Für Rückfragen steht der Partner und Geschäftsführer der Innsbrucker Niederlassung von Snøhetta, Architekt DI Patrick Lüth (patrick@snohetta.com) jederzeit zur Verfügung!

One comment

  1. Ich liebe den Flair von Holz als Baumaterial einfach. Auf mich wirkt das immer heimeliger und auch natürlicher. Aber klar, ist natürlich eine Geschmacksfrage was einem da besser gefällt. Mir hat der Beitrag auf jeden Fall sehr gut gefallen, macht gerne weiter so! Liebe Grüße Martin

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